Das Herzstück des Zusammenlebens!

Der soziale Treffpunkt vieler Familien war stets die Küche. Sie symbolisiert, wie kein anderer Bereich der eigenen vier Wände, unseren menschlichen Ursprung. In längst vergangenen Zeiten saßen die Menschen in ihren Stämmen oder Sippen am Lagerfeuer, oftmals der zentrale Platz eines Dorfes oder einer Gemeinschaft. Dort wurden Neuigkeiten ausgetauscht, es wurde gemeinsam gegessen und gefeiert, gesungen und Geschichten erzählt.

In unserer Wohnküche ist es ähnlich wie in längst vergangener Zeit. Auch bei uns ist es so, als versammeln wir uns vor einem lodernden Lagerfeuer. Wenn Freunde kommen, dann ist es der beste Platz unserer Wohnung, meistens wird gekocht und dabei werden spannende Unterhaltungen geführt, viel gelacht und zum Glück selten geweint. Das Schöne für uns ist, dass niemand alleine versteckt in einer Küche werkeln muss, sondern, dass jeder von uns beiden, besonders wenn Besuch da ist, an dem Geschehen teilhaben kann. 

Vor allem ältere Menschen kennen noch die Magie und die Wärme einer Wohnküche. Meine Eltern sitzen sehr gerne in ihrer Küche am Esstisch und unterhalten sich dort. Im Wohnzimmer hat man sich früher nur zu besonderen Anlässen gesetzt.

Ich habe schon seit einiger Zeit immer mal wieder Bekannte von mir gefragt, was ihnen zum Thema Küche einfällt. Oftmals ist dieses Thema mit vielen positiven Erinnerungen verbunden. Ob Plätzchen backen mit den Großeltern oder die Erinnerung, wenn Mama nach einer Krankheit zum Aufpäppeln das Lieblingsgericht gekocht hat. Die Küche ist auch heute noch für viele Menschen ein Ort voller wundersamer Erlebnisse, die bis heute prägen.


Ein Prosit der Gemütlichkeit!

Immer wenn wir meine Schwiegermutter in Bayern besuchen geht’s ab in die Küche. Selbstverständlich muss ich als erstes eine zünftige Brotzeit zu mir nehmen. Leberkäse und Schweinswürstchen, incl. eine anständige Mass Bier, sind Pflichtprogramm. Was soll ich sagen, ich liebe es und dann geht’s auch schon rund… Neuigkeiten werden ausgetauscht und erst wenn das kulinarische Wohlbefinden am Platzen scheint und alle Gespräche abgearbeitet sind, überlegt man, ob die Location gewechselt und in die gute Stube gegangen wird. Wenn das passiert, und es sollte Herbst oder sogar Winter sein, dann ist immer der alte Kachelofen geheizt und das bedeutet, dass ich nach 5 Minuten in völliger Entspanntheit im Sitzen auf der gemütlichen Couch weg döse, einfach nur herrlich.


Bringdienste
und Co.

Leider ist der Stellenwert einer Küche, gerade bei jungen Leuten, nicht mehr angesagt. So gibt es auch immer weniger junge Menschen die mit Oma und Opa aufwachsen oder die zu Hause erleben durften, dass die Eltern kochen. Immer wieder hört man es fehlt die Zeit in dieser so hektischen Welt, um mit Ruhe und Freude zu kochen. Gerade in Zeiten von Bringdienst-Boten und dem Irrglauben, dass es etwas besonderes ist, wenn man sich das Essen nach Hause bringen lässt, verlernt ein Teil einer jungen Generation was es bedeutet, mit allen Sinnen die Küche und deren Erzeugnisse zu genießen. Meine Frau und ich teilen so gerne unsere Lebensfreude, die vor allem in unserer Wohnküche zum Vorschein kommt, wer weiß, vielleicht sieht es ja auch der eine oder andere junge und oder jung gebliebene Mensch und sagt sich… Das könnte mir auch auch gefallen.

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